

Maichingen. Bestatter, Trauer-Coach, Buchautor und Frank-Sinatra-Interpret: Thomas Sommer ist ein Mann mit vielen Facetten. Wie er sie alle für sich entdeckte und unter einen Hut bringt, erzählt er im Stadtgespräch Böblingen bei Regio TV.
Im Hauptberuf sind Sie Bestatter. Was reizt Sie an dieser Aufgabe?
Thomas Sommerer: „Meine Hauptfiliale ist in Maichingen. Dort bieten wir bis zu 1000 Menschen die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Ich lege viel Wert darauf, dass sich trauernde Menschen bei uns wohlfühlen. Los ging alles mit einer Nahtoderfahrung bei einem Unfall in Aidlingen. Damals war ich acht Jahre alt. Das habe ich als Auftrag verstanden, Bestatter zu werden und so habe ich eben 1993 ein Unternehmen gegründet. Damals war das Bestattungswesen eher sehr konservativ. Das habe ich hier im Landkreis geändert und viele meiner Kollegen haben nachgezogen. Ein großer Drang für mich war, Würde in die Bestattungskultur zu bringen. Es hat sich zudem viel gewandelt. Früher hatten etwa zu 80 Prozent eine Erdbestattung, heute wünschen die Menschen zum selben Prozentsatz Feuerbestattungen.“
Ihr zweites Standbein ist Ihre Arbeit als Trauer-Coach, was ist das?
Thomas Sommerer: „Grundlegend trenne ich bei mir den Bestattungsunternehmer von der Aufgabe als Trauer-Coach. Dabei komme ich ins Spiel, wenn die Beerdigung und alles damit Verbundene schon vorbei ist. Hier arbeite ich eher als Mentaltrainer und begleite Menschen, die sich in einem langen Trauerprozess befinden. Dabei versuche ich, ihnen neue Sichtweisen an die Hand zu geben, um ihnen zu helfen, zügig aus der Trauer herauszukommen. Zu diesem Thema habe ich auch die Bücher geschrieben.“
Zudem treten Sie aber auch als Tom O’Hara auf und interpretieren Frank Sinatra. Wie kam es dazu?
Thomas Sommerer: „Im Alter von fünf Jahren habe ich begonnen, Akkordeon zu lernen. Danach hatte ich eine vierköpfige Band. Damals war ich zwölf Jahre alt. Wir spielten in Altersheimen, bei Geburtstagen oder Jubiläen. Vor allem der Sinatra-Song ‚Strangers In The Night‘ hat mir super gefallen. Ich habe dieses Lied dann quasi Tag und Nacht gesungen. Über die Jahre nahm ich an Talentwettbewerben teil und habe manchmal gewonnen. So ging es immer weiter voran. Vor Corona waren die Bühnen deutlich größer. Da bin ich auch schon vor 4000 Menschen aufgetreten. Nach dem Virus hat sich alles verändert. Aktuell bin ich regelmäßig einmal im Monat in Darmstadt in einem wunderbaren italienischen Restaurant zu hören, das im Stil von New York in den 30er- und 40er-Jahren eingerichtet ist. Zudem buchen mich Menschen für Feste oder Feiern.“
Das ganze Stadtgespräch Böblingen mit Thomas Sommer ist auf Regio TV und im Netz auf YouTube zu sehen.




























