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Nachbarn in Not

Sindelfingen: Stricken für einen guten Zweck

Im Sindelfinger Altenpflegeheim Burghalde unterstützen Panagiota Melissopoulou und Rebecca Esters Bewohnerinnen bei individuellen Fähigkeiten.
Auf unserem Foto (von links): Ursula Merz, Margot Klappich, Rebecca Esters, Panagiota Melissopoulou, Ursula Klotz, Franziska Philipsky und Helga Langhans.

Auf unserem Foto (von links): Ursula Merz, Margot Klappich, Rebecca Esters, Panagiota Melissopoulou, Ursula Klotz, Franziska Philipsky und Helga Langhans.

Bild: Lück

Sindelfingen. Panagiota Melissopoulou und Rebecca Esters haben Fähigkeiten von Bewohnerinnen im Altenpflegeheim Burghalde entdeckt, die es zu unterstützen gilt: Sie können hervorragend nähen, häkeln und stricken. Kurz vor Weihnachten veranstalteten sie einen kleinen Basar, an dem die Produkte gegen Spenden an andere Heimbewohner abgegeben wurden.

Der Erlös ging an „Nachbarn in Not“. Jetzt sind die Damen auf die Idee gekommen, dass man nicht bis Weihnachten warten müsste, um so etwas zu wiederholen. „Wir haben Spaß dabei und bedürftigen Familien hilft es“, ist die einhellige Meinung.

Jacken, Netze, Schals

Dienstagvormittag wird Kunst-Therapie angeboten. Da können die Teilnehmer malen, mit Ton, Salzteig oder Stoff etwas formen. „Ich finde es schön, wenn die Bewohner ihr Zimmer selbst gestalten“, sagt Kunsttherapeutin Rebecca Esters. Jeder habe seine Vorlieben, und sie holt Bilder aus dem Regal und zeigt die verschiedenen Motive.

Dienstagnachmittag sind die kreativen Damen dran, die Boutique-reife Jacken, bunte Einkaufsnetze, Tischdecken oder Schals stricken oder häkeln. Beim Weihnachtsbasar waren es Mützen, Westen, Schals, Socken, Taschentuch-Behälter, Nadelkissen und kleine Decken.

Gelernte Schneiderin

Die Fähigkeiten haben sie teils von ihren Müttern gelernt oder in Kursen erworben. Die 96-jährige Margot Klappich ist gelernte Schneiderin, hat aber im Vorstand der AWO gearbeitet. Hier bewundern alle ihre tolle Jacke. Franziska Philipskys Mutter war auch Schneiderin. Sie selbst war 20 Jahre im Verkauf einer Sindelfinger Firma beschäftigt und hat zuhause für ihre Kinder Kleider und Mäntel genäht und von Mützen bis Socken alles gestrickt. Auch im Sängerheim engagierte sie sich in der Handarbeitsgruppe, die sich wegen Corona auflöste.

Ursula Klotz erzählt, dass eine Enkelin eine tolle Häkeltasche in Italien gesehen hat, die ihr aber zu teuer war. „Jetzt haben alle vier Enkel eine“, sagt die Oma und häkelt bunte Quadrate, die an weiße T-Shirts genäht werden sollen. „Das ist jetzt Mode.“

Schneeglöckchen aus Stoff

Helga Langhans stellt filigrane Schneeglöckchen aus Stoff in eine Vase und erzählt, dass sie im Freibad kaputte Sonnenschirme besorgte und aus dem festen Stoff bunte Einkaufstaschen nähte, die sie beim Weihnachtsbasar auf dem Goldberg verkaufte. „Sie sind ja waschbar.“ Ursula Merz kommt dazu und strickt an „Sophis Scarf“ aus feiner blauer Wolle weiter und zeigt, wie man den umbindet.

Während des Werkelns werden Erinnerungen ausgetauscht und Tipps gegeben, wo man gute Wolle und Stoff bekommt, auf dem Krämermarkt etwa und bei Zweigart und Sawitzki. Da hakt Meli, wie sie alle nennen, ein und sagt, dass sie von einer Freundin wieder ein Paket Wolle erwartet, und bittet bekanntzumachen, dass jede Art guter Wolle als Spende erwünscht ist. Man könne sie einfach am Eingang abgeben. Auch kreative Menschen seien in der Runde immer willkommen.

Die Spendenkonten

Wenn Sie „Nachbarn in Not“ unterstützen wollen, damit die Hilfsorganisation helfen kann, dann überweisen Sie eine Spende an die Vereinigte Volksbank, IBAN: DE81603900000200250000, BIC: GENODES1BBV oder an die Kreis­sparkasse Böblingen, IBAN: DE18603501300003039999, BIC: BBKRDE6B.

Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.nachbarn-in-not.de und auf Facebook.