Sindelfingen: Kammerorchester musiziert in der Stadthalle
Sindelfingen. Mit einem Strauß skandinavischer Musik hatte das Kammerorchester Sindelfingen sein Frühjahrskonzert bestückt. Unter dem Titel „Nordischer Frühling“ nistete sich in dieses Gebinde aber auch eine russische Blume ein.
„Serenade für Streichorchester“ heißt dieses Stück, das Peter Tschaikowsky 1880 komponierte. Wie allenthalben nachzulesen ist, hat der russische Romantiker das Werk als Ausdruck seiner Verehrung für Mozart verstanden. Was erstaunt, zumal zum Auftakt mächtiges Pathos aufgelegt wird und erst später der serenadenhafte, lässige Auftritt folgt. Und der 2. Satz „Walzer“, der verrät doch deutlich Ambitionen, den Walzerkönigen der Strauss-Dynastie Konkurrenz zu machen.
Hoher bis höchster Respekt
Wie auch immer, das harmlos als Serenade daherkommende Werk genießt auch in professionellen Musiker kreisen hohen bis höchsten Respekt. Es gilt als heikel und sehr fehleranfällig. Auch ein Weltspitzenorchester wird kaum bei jeder Aufführung an die 100-Prozent intendierte, adäquate Variante herankommen, sondern immer auch ein wenig abhängig bleiben von der jeweiligen Tages- oder besser Abendform. Kurzum, die Serenade ist ein echter Prüfstein, wie gut ein Ensemble aktuell in Form ist. Das von Albrecht Holder dirigierte Kammerorchester gibt zu erkennen: Momentan sind wir sehr gut drauf.
Selbst wenn hier und da die heiklen Momente aufblitzen, auch in diesem zum Konzertabschluss gespielten Stück bestätigt das Streichorchester final nochmals den zuvor mit zwei Kompositionen von Edvard Grieg (Suite „Aus Holbergs Zeit“ und „Letzter Frühling“) und der „Liten Serenad“ (Kleine Serenade) des Schweden Lars-Erik Larsson vermittelten Eindruck, als ob hier Frühlingsgefühle das Orchester beflügeln und zu einer hochinspirierten Performance beitragen.
Elegante Melodienbögen
Der Schattierungsreichtum, die elegant geschwungenen Melodiebögen, die Präzision und Detailgenauigkeit der Gestaltung machen über das gesamte Konzert hinweg Laune. Die musikalische Kontur wird dabei vermeintlich nach Belieben zwischen milder Lyrik und kantigem Zugriff variiert. Nicht zum ersten Mal, aber wieder erstaunlich, welch Volumen das Orchester zu entfalten vermag: Nicht zuletzt dank einer breiten Fundierung durch die Bassstimmen tischt das Kammerorchester immer wieder sinfonisches Format auf.
Bei gleichzeitiger Auslotung auch sensibelsten dynamischen Terrains bis hin zur Flüstergrenze generiert das wie nebenbei prima Spannungsbögen.
Die Tastatur nötigt also förmlich dazu, diesen Satz zu schreiben: „Bitte weiter so.“ Dumm nur, dass das Studium des Programmhefts diesen Satz sogleich wieder ausradiert. Das Kammerorchester kündigt nämlich in der Broschüre ganz am Ende lakonisch an: „In der großen sinfonischen Besetzung wird das Orchester im Jahr 2025 für eine Neuausrichtung nun eine kreative Pause einlegen.“

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