Frühlingserwachen im Schmetterlingshaus der Wilhelma
Stuttgart. Im Schmetterlingshaus der Wilhelma herrscht seit dem 9. März 2026 wieder besonders reger Flugbetrieb. Zahlreiche tropische Schmetterlinge aus der kürzlich zu Ende gegangenen Ausstellung „Tropische Schmetterlinge“ im Botanischen Garten München-Nymphenburg sind in den Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart umgezogen. Wie bereits im vergangenen Jahr übernahm ein Team der Wilhelma die farbenprächtigen Insekten nach Abschluss der Münchner Schau und brachte sie in ihr neues Domizil.
Umzug aus München
Am frühen Morgen waren Wilhelma-Gärtner Thomas Gengenbacher und Tierpfleger Pirmin Jäger nach München gereist. Mit Keschern wurden dort rund 500 Falter behutsam eingefangen und anschließend sicher für die Fahrt nach Stuttgart verstaut. Das Besondere dabei: Der Transport erfolgt in Briefumschlägen. Thomas Gengenbacher erklärt: „Im Umschlag bleiben die Schmetterlinge vollkommen ruhig und stoßen ihre mit feinen Schuppen bedeckten Flügel nirgends an. So können sie die Reise unbeschadet überstehen.“
Schnell wie die Post erfolgte die Rückfahrt von München nach Stuttgart. Noch am selben Nachmittag konnten die Falter im Beisein der sehr überraschten Besucherinnen und Besucher im Schmetterlingshaus der Wilhelma aus insgesamt 260 Briefumschlägen freigelassen werden. Ebenfalls mit im Reisegepäck waren Raupen von teils außergewöhnlicher Größe.
Pirmin Jäger zeigt sich begeistert: „Dieses Jahr haben wir besonders viele Raupen vom Atlasfalter bekommen – einem der größten Schmetterlinge der Welt. Wir hoffen, dass sie sich erfolgreich weiterentwickeln. Wenn sie sich dann verpuppen, dauert es rund einen Monat, bis die fertigen Atlasfalter ihren Kokon verlassen.“
Im Schmetterlingshaus entfaltet sich schon jetzt ein lebendiges Schauspiel: Große Bananenfalter mit auffälligen Augenflecken gleiten durch die warme Luft, während kleinere, oft besonders farbenintensive Arten – etwa aus der Gattung Heliconius – Blütenstände ansteuern. Die lichtdurchflutete Halle bietet den Insekten mit ihrem warmen Klima auch zahlreiche Nektarpflanzen, darunter z. B. die Steriphoma paradoxum mit ihren feingliedrigen Blüten oder der sanft duftende Hibiskus.
Auch für die Raupen stehen geeignete Futterpflanzen, wie z. B. Bananenstauden und Passionsblumen bereit, sodass sich viele der Schmetterlingsarten erfolgreich weitervermehren können.

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