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Der Standpunkt zu Schlemmen am See in Böblingen

Was ist gutes Essen wert?

Es gibt an dieser Stelle keinen erhobenen Zeigefinger, denn der liegt immer schwer im Magen.

Gefüllte Kalbsbrust.

Gefüllte Kalbsbrust.

Bild: Wegner

Keine Angst, es gibt an dieser Stelle keinen erhobenen Zeigefinger, denn der liegt immer schwer im Magen. Es gibt gerade beim Thema Essen nichts Schlimmeres als den Besserwisser, der einem die Meinung mundgerecht vorkaut. Ein paar ganz persönliche Gedanken seien erlaubt, und diese haben einen aktuellen Anlass.

Einige Preise scheinen auf den ersten Blick schon saftig, wenn man durch die Budengasse von Schlemmen am See in Böblingen läuft. Aber das ändert sich, wenn man sich die Sache durch den Kopf gehen lässt. Einfach heruntergerechnet kann man zunächst einmal sagen: Ein gutes, saftiges Fleisch darf es schon mal grundsätzlich nicht zum Schnäppchenpreis geben.

Was nichts kostet, möchte ich jedenfalls nicht essen. Zweitens kommt der organisatorische Aufwand hinzu. Die Küche steht eigentlich ganz woanders. Ich bin froh, dass sie für fünf Tage umziehen darf. Drittens kennt jeder die Diskussion um Personalkosten. Gute Chefs drücken diese nicht, und wenn ich einen guten Service haben möchte, muss ich ihn auch bezahlen. Dann ist da noch die Lage. Die erste Reihe am See kostet grundsätzlich ein bisschen mehr, man muss da nur mal ans Schwäbische Meer denken, wo es deshalb noch lange nicht so schmeckt wie am Unteren See.

Schließlich hoffe ich schwer, dass bei den Wirten auch etwas hängen bleibt, damit sie nächstes Jahr auch wieder ihre Zelte aufbauen. Qualität hat eben aus verschiedenen Gründen ihren Preis und keiner ist gezwungen, den Geldbeutel aufzumachen. Das entscheidet jeder für sich, und je nach Gusto ist Schluss. Die gefüllte Kalbsbrust war mir jedenfalls 22 Euro wert. Mit Kartoffelsalat, breiten Nudeln und feinem Sößle. Und dabei wird es nicht bleiben.

juergen.wegner@szbz.de