

Sindelfingen. Zwei Viertele Stündchen dauerte das Rendezvous mit der Weinkönigin aus Württemberg, Carolin Golter vom Weingut Häußer in Winnenden, im Aufnahmestudio für „Willi und Dödel“. Ihre Aufgaben als Markenbotschafterin sind sehr vielfältig. Sie reichen von Presseterminen und Interviews über die Eröffnung von Märkten bis zu Auftritten auf der Urlaubsmesse CMT oder bei der Grünen Woche in Berlin. Sie bereichert Weinmessen und Weinproben und spricht in Talkrunden.
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Der Weg nach Sindelfingen ist für Sie nicht gerade ein neuer. Auf dem Weihnachtsmarkt sind Sie Stammgast mit Glühweinen aus dem Hause Häußer .
Carolin Golter : „Wir sind seit über 20 Jahren jedes Jahr im Dezember hier. Wir freuen uns jedes Mal und sind total glücklich über das Feedback, dass wir hier bekommen.“
Ein Leben ohne Reben kann es für Sie nicht geben. Warum eigentlich?
Carolin Golter : „Ich bin auf dem Weingut aufgewachsen. Seit ich denken kann, spielt Wein in meinem Leben eine große Rolle. Wein war immer allgegenwärtig. Nach dem Abi machte ich einen kurzen Ausflug als Rettungssanitäterin. Nach zwei Jahren habe ich mir überlegt, wohin ich langfristig gehen will. Deshalb habe ich mich für ein Studium des internationalen Weinmanagements in Heilbronn entschieden.“
Jetzt sind Sie Weinkönigin in Württemberg. Was macht denn den Wein aus dem Ländle aus?
Carolin Golter : „Es ist die Vielfalt. Das ist auch das Bild, das Württemberg verkörpert. Bei uns findet man fast alles an Rebsorten und Geschmacksprofilen. Deshalb lässt sich das sehr schwer pauschalisieren. An der Mosel oder im Rheingau gibt es zu 95 Prozent Riesling. Darauf haben sie sich spezialisiert und damit auch profiliert. Was wir sehr gut können, sind prinzipiell die Rotweine, weil wir etwas südlicher liegen und mit Baden zusammen die Rotwein-Anbaugebiete schlechthin sind. Wenn man einen deutschen Rotwein sucht, empfiehlt es sich, nach Württemberg zu schauen. Prädestiniert ist der Lemberger. Er ist zwar durch das jahrelange Standardcuvée Trollinger-Lemberger etwas in Verruf geraten. Aber alleine ausgebaut ist er das Paradeprodukt aus Württemberg.“
Warum hat der Rotwein bei uns so an Qualität gewonnen?
Carolin Golter : „Eine Sache, die uns leider immer mehr begleitet, aber der Rotweinproduktion gut tut, ist der Klimawandel. Vor 30 oder 40 Jahren war es einfach nicht so warm wie heute im Schnitt. Die Wärme ist genau das, was einen kräftigen, voluminösen und gehaltvollen Rotwein ausmacht. Was die Südfranzosen oder Südafrikaner seit vielen Jahren machen können, nämlich kräftige Rotweine durch viel Sonne und viel Zucker in den gehaltvollen Trauben, geht bei uns jetzt auch, weil wir mehr heiße Sommer haben.“
Ist der Klimawandel generell gut für den Wein?
Carolin Golter : „Der Rotwein profitiert davon. Der Weißwein mit seiner Säure, der filigranen Art und die fruchtigen Aromen tut sich dagegen schwer mit der Hitze.“
Also gut für Württemberg und schlecht für die Mosel.
Carolin Golter : „Im Endeffekt schon.“
Welchen Wein trinken Sie am liebsten?
Carolin Golter : „Ich bin eher im Team Weißwein. Da mag ich schlanke, filigrane, spritzige und fruchtige Weine. Ich bin ein großer Fan von einem Riesling. Der hat eine gute Säure, hat eine Frucht, ist nicht plump und fett, sondern macht auch beim zweiten Glas noch Spaß. Das trinke ich sehr gerne.“
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